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Buchtipps - Jugendbücher

Hamburg 1939 - 1953. Es gab, gibt und wird es auch immer geben, diese Gruppe von lebenslustigen und -hungrigen jungen Menschen, die eine Ausgelassenheit, Freude, Witz und Respektlosigkeit haben, brauchen oder in sich tragen und mit dem/ihrem Schicksal ganz anders umgehen, als manch anderer es je könnte. Sie sind schon bewundernswert, diese Geister, die sich nicht unterkriegen lassen und immer einen flotten Spruch auf den Lippen haben.

Nachkriegszeit in einem Hamburger Viertel, es geht um Jakob, der sich allein in Trümmern versteckt, um Herrmann, dessen Vater verkrüppelt aus dem Krieg heimgekommen ist und um Traute, deren Familie in ihrer Wohnung Platz machen muss, für Flüchtlinge aus Ostpreußen.

Dunkelnacht spielt in der bayerischen Kleinstadt Penzberg, an drei Tagen Ende April 1945. Die geschilderten Ereignisse sind möglichst nah am tatsächlichen Geschehen dargelegt, vieles ist wirklich so passiert. Es ist aus Sicht von Jugendlichen geschrieben, wie sich eine Dorfgemeinschaft von Angst, Sorge und Zögerlichkeit getrieben, nach wie vor von unbarmherzigen Menschen missbrauchen lässt.

Schon das erste Bild von Debbie führt uns mitten in ihre Geschichte hinein. Sie sitzt in einer belebten Umgebung unter einem Baum und liest. Ihr Laptop, der Rucksack, ihre Hefte und Stifte sind um sie herum verstreut. Sie schenkt ihnen keine Beachtung, Sie ist in die Lektüre ihres Buches vertieft. Gekonnt geht diese Graphic Novel mit dem Thema: "Introvertiert" um. Man versteht sehr schnell, was für Debbie schwierig ist. Man sieht es ihr an der Nasenspitze an. Wir begleiten sie auf ihrem Weg von der Schulzeit bis in die Ehe.

Poppy ist die Auserwählte. Sie ist die einzige, die das Königreich vor dem Untergang retten kann. Doch ist sie auch einsam, denn sie darf sich, aufgrund ihrer Stellung, mit niemandem austauschen. Außer zu den Obersten der Stadt und der Priesterin hat sie nur zu ihrer Gesellschafterin und ihren königlichen Wachen Kontakt. Doch Poppy ist auch furchtlos und ohne ihren Schleier erkennt sie nachts in der Stadt niemand. Auf einem ihrer nächtlichen Ausflüge lernt sie Hawke kennen, den jungen Mann der Wache, dem sämtliche junge Gesellschafterinnen hinterherschmachten.

Die 17jährige Hannah erwacht in einer leergefegten Stadt, in Houston ist sie der einzige Mensch. Von anderen gibt es kein Lebenszeichen, bis sie beim Besuch in der Buchhandlung auf Leo trifft, der im benachbarten Music-Store auf der akustischen Gitarre wunderschöne Songs sing. Gemeinsam streifen sie durch die leeren Straßen, schauen sich ein Museum an, erkunden ein Festivalgelände. Obwohl sie total verschieden sind und sich in der Schule nur von weitem kennen, kommen sie sich näher, können dem Anderen eine Seite von sich zeigen, die  sie bislang verborgen haben.

Fanny Funke aus Achim bei Bremen hat die Schule geschmissen und absolviert ein Jahrespraktikum im schon etwas heruntergekommenen Luxushotel "Wolkenschloss" in den Alpen. Die Gäste sind reich und verwöhnt und mit allerlei Eigenarten ausgestattet. Das Personal ist engagiert aber nicht minder exzentrisch. Alle freuen sich auf den legendären Silvesterball. Doch Fanny bekommt Ärger mit den Aushilfszimmermädchen, die, frisch von der Hotelfachschule in Lausanne, ganz schön herumzicken und den älteren Töchtern der Barnbrookes, wahren Südstaatenschönheiten, aber mit einer schwarzen Seele.

Die Welt ist - leider mal wieder - von der Menschheit fast zugrunde gerichtet worden. Durch eine Veränderung in der menschlichen Struktur haben geschriebene und gedachte Worte  eine magische Kraft bekommen.

Ophelia lebt auf der Arche Anima, aber eigentlich versteckt sie sich am liebsten in ihrer eigenen Welt, hinter ihrer Brille und ihrem Schal. Sie möchte mit ihren besonderen Talenten - sie kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen - möglichst nicht auffallen. Deshalb versteht sie auch nicht, warum ausgerechnet sie ausgewählt worden ist, den Adeligen Thorn zu heiraten und zu ihm auf den eisigen Pol zu ziehen. Schon auf dem beschwerlichen Weg zu ihm merkt sie, dass ihr neues zu Hause nicht ungefährlich ist und sie tödliche Intrigen erwarten. 

Um nicht mit einem Mann, den sie nicht kennt, verheiratet zu werden, wie es in Demora Tradition ist, nimmt Sage eine Stelle bei einer Kupplerin als deren Gehilfin an. Ihre Aufgabe ist es, zehn junge Damen auf der Reise zum großen Ball zu begleiten und dabei herauszufinden, wer mit wem am Besten zusammen passt. Zum Schutz der Reisegruppe wird diese von Soldaten begleitet, darunter viele junge Offiziere im heiratsfähigen Alter. Der Schutz ist nötig, weil sich im Reich ein Krieg zusammenbraut und das Reisen in diesen Zeiten nicht ungefährlich ist.