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Buchtipps - Romane

Posy Morland kann ihr Glück kaum fassen. Endlich passiert in ihrem ansonsten beschwerlichen Leben etwas Positives: Sie erbt einen Buchladen in Bloomsbury. Hals über Kopf stürzt sie sich ins Abenteuer und beschließt, nur Bücher mit Happy End zu verkaufen, denn das Leben hält schon genug Zitronen für jede/m bereit. Nur Sebastian, der Enkel der früheren Besitzerin, legt ihr Steine in den Weg. Sie beschließt was dagegen zu tun und schreibt einen Bestseller mit ihm als romanitischen Helden als Hauptperson.

Thomas ist Rechtsanwalt in Berlin und steckt gerade in einer Krise. Seine Frau ist weg und hat die beiden Töchter gleich mitgenommen. Ausgerechnet da taucht Daniel wieder auf, ein Freund aus Rostocker Kindertagen, mit dem er auch nach der Wende nach Berlin gezogen ist. Daniel als Koch, der überall einen Job finden kann, Thomas fürs Studium.

In den 20er Jahren in Düsseldorf hat es die Schneiderin Minna Wolf nicht leicht: Sie ist zu arm, zu eigensinnig und hat zu viele Träume. Obwohl diese fast immer in Erfüllung gehen – eine gute Arbeitsstelle, ein netter Mann, eine Familie – ist da immer noch der Wunsch nach mehr. Und auf ihrem Weg nach oben gibt es immer wieder Rückschläge. Und da ist ja auch noch der Krieg, der alles zu überschatten droht...

Wer es gern böse-satirisch mag, hat bestimmt schon mal etwas vom schottischen Autoren John Niven gehört. Mit seinen über 50 Jahren verarbeitet er in seinen bösartigen Romanen über Gott und die Welt sicherlich aus seinem reichen Erfahrungsschatz. In seinem neuen Buch unterhält er mit politischer Satire vom Feinsten – und irgendwie leider auch ein klitzekleines bisschen realistisch...

In diesem berührenden Roman geht es leider mal wieder um Kinder einer alkoholkranken Mutter. Es ist so bitter, die verpassten Chancen und Gelegenheiten in dieser Arbeiterwelt der 80er Jahre in England „miterlesen“ zu müssen.

Und wieder hat Jonathan Lee ein großartiges Buch geschrieben. Diese Mal hat er sich an Andrew Haswell Greens Lebensgeschichte, eine bekannte Persönlichkeit um 1900, gewagt. Mit Interesse wird die teils erfundene, teils historisch belegte Lebensgeschichte dieses ungewöhnlichen Mannes geschildert. Auf eine so ungewöhnliche und spannende Art und Weise habe ich Stadtgeschichte und -architektur noch nicht gelesen.

Ein Jahr, ein Dorf, zig Leben: in dem Roman über Aussteiger, Klatschtanten und viele, viele Erzieher*innnen entsteht eine große Bandbreite über das Leben, die Art Leben zu gestalten und auch ein Überblick über ganz viele Generationen, die mal mehr, mal weniger entspannt aufeinandertreffen. Durch die etwas andere Internatsschule gibt es auch wirklich sehr gediegene Menschen, die jeder für sich ihre Logik haben.

Können Sie sich noch an den wunderbaren Roman „Die Eleganz des Igels“ erinnern? Dieses Mal unterlegt die Autorin ihre zwischenmenschlichen Begegnungen mit japanischen anmutenden Zen-Sprüchen. Denn die 40jährige Rose fliegt nach Japan, um das Erbe ihres Vaters (vielleicht) anzunehmen, den sie überhaupt nicht kannte.

Lizzi Benson ist Bibliothekarin. Ihr Leben ist nicht so verlaufen, wie sie es sich vorgestellt hat. Kind bekommen, Studium abgebrochen, geheiratet, das übliche eben. Ihr Bruder, um den sie sich immer wieder kümmern muss, ist drogenabhängig. Sie hat sowieso schon die Tendenz zu apokalyptischen Gedanken.

Es gibt nicht so viele Bücher, in denen ich so versinke, dass ich im Zug die Welt um mich herum vergesse. Das Buch von Lily King gehört dazu. Ich habe schon den Vorgängerroman "Euphoria" sehr gern gelesen, sage aber allen, die dieses Buch kennen: Das neue Buch ist komplett anders und das ist für mich ein gutes Zeichen. Lily King schreibt ein Buch über die Kraft des Schreibens. Casey, die Protagonistin ihres neuen Romans, hat eine schwierige Zeit hinter sich. Sie jobbt in einem Lokal mit anstrengenden Arbeitsbedingungen, um sich ihr winziges Zimmer leisten zu können.